Hobbyradler Forum
Moin
Jörg / TiVo vermeldet die erfolgreiche doppelte Harzdurchquerung und somit die Feuertaufe für’s neue MTB.
Am Sa Vormittag trafen wir uns in Osterrode um den Harz via Brocken nach Ilsenburg zu durchpflügen.
Es war eine klasse Tour, bei welcher unbarmherzig mein desolater Trainingszustand (einhergehend mit mangelhafter Fahrtechnik) ans Licht kam...
Dank an meine beiden Mitstreiter, welche ohne lautes Knurren mehr Zeit gewartet als getreten haben und einen übergroßen Dank an LautGarministdaeinWeg-Till, welcher die Tour klasse geplant und eine prima Unterkunft erspäht hatte.
Ich habe bei der Tour natürlich reichlich Lehrgeld bezahlt, aber das war zu erwarten gewesen. Viele Radsportbegriffe erscheinen jetzt in einem anderen, klareren Licht (GA = Genau Anschlag), meine Hochachtung aber auch vor Tills Fahrtechnik; während ich in dem Geröllbachbett (lautGarministdaseinWeg) rumeierte und mich verzweifelt fragte, was zum Teufel ich hier mache (und wie ich irgendwie wieder aus der Sache rauskomme), kurvte er locker und fast spielerisch da runter und ward bald nicht mehr gesehen... Chapeau
Aber der Reihe nach.
Die Tour begann, nachdem wir Oberrode zum frühen Mittag hin verlassen hatten, mit der „Schlammschleife“ (Steigung über einen km etwa 27%)
Das war routing vom Feinsten!
LautGarministdaeinWeg-Till biegt zielstrebig von der sehr hübschen und sauberen Bundesstrasse ab um uns zuerst flach, dann aber kontinuierlich ansteigend, nun durchaus steil und auch ziemlich steil einen Weg hinauf zu jagen, welcher, bevor Heerscharen von Waldfahrzeugen schlammologischen Feinschliff angelegt hatten, wohl durchaus befahrbar (bzw beschiebbar) war. Es war eine elende Schinderei. Irgendwann hatten wir den Kaffee auf und beschlossen einen prima Abzweiger (im Bild rechts raus...) quer durch den Bestand zu nehmen um etwa 60 Hm tiefer eine andere Piste zu berollen.

Eine rustikale Abfahrt und später die frohe Botschaft "back on track".
Nun ja, das waren wir wohl, irgendwann später fanden wir uns dann am Abzweiger der Bundesstrasse wieder... (also alles umsonst)
Ich illustriere den Spaß noch schnell am Profil, besondere Aufmerksamkeit möge der geneigte Leser auf den ersten km der Schlammrunde legen...

Der erste Höhepunkt war mit 928m der Bruchberg.

Die Auffahrt war anstrengend aber technisch einfach, dies änderte sich nun deutlich. Es ging abwärts durch ein Bachbett aus Schotter und Geröll, eingerahmt von tiefem moorigem Morast. Hier waren meine technischen Unzulänglichkeiten wirklich nicht mehr zu leugnen, ich wurde dreckig, bekam nasse Füße und fand mich einmal in Heidelbeerbüschen wieder...

Der Gipfel der Leiden des ersten Tages war der Brocken (1142m), wobei die Auffahrt sich als relativ harmlos gestaltete. Kolonnenwege und ein neuer Panoramaweg machten es sogar mir möglich, mit Anstand den höchsten Berg Norddeutschlands zu bezwingen. Wobei ich vom Brocken selber enttäuscht war, DDR Romantik mit Baracken und Müllhalden, dass ist nicht so mein Ding.


Die Abfahrt stellte die letzte Herausforderung des Tages dar. Die steilen und verkippten Kolonnenwege waren scheußlich, der Rest himmlisch.
Am Hotel in Isenburg luden die Räder noch zum Sattelstützenvergleich ein, Till hat gewonnen (Schrittlänge 101 cm!)

Der zweite Tag war nicht weniger anstrengend als der erste. Er führte quasi parallel zum Hintag wellenreich von Ilsenburg zurück nach Osterrode.

Es begann mit einer harten Schiebepassage den Berg hinauf um bald weitere Erfahrungen mit der Harzer Waldverwaltung machen zu müssen. Der Ausspruch "laut Garmin ist da ein Weg" wurde zum geflügelten Begriff, denn Sturmverhaue der letzen Jahre liegen immer noch über großen Arealen verstreut und Wege werden konsequent nicht freigeschnitten.

Die Rückfahrt endete wie der erste Tag mit einer schnellen und tollen Waldautobahnabfahrt nach Osterrode. 2km vor dem Ziel hatte ich dann noch einen Platten, aber dass störte uns nicht mehr.
Das auf der Heimfahrt der IC (bei welchem das Radabteil traditionell fehlte) 108 Minuten Verspätung (Selbstmord in Hannover (ja wirklich) und Lokschaden 10km vor Fulda) hatte, dort die Elektrik inkl. Lüftung und Klimaanlage ausfiel und der Kundendienst absolut desolat war, sei nur am Rande erwähnt.
Für die Statistik
2 Tage - 124 km - 3600 Hm

Jörg / TiVo vermeldet die erfolgreiche doppelte Harzdurchquerung und somit die Feuertaufe für’s neue MTB.
Am Sa Vormittag trafen wir uns in Osterrode um den Harz via Brocken nach Ilsenburg zu durchpflügen.
Es war eine klasse Tour, bei welcher unbarmherzig mein desolater Trainingszustand (einhergehend mit mangelhafter Fahrtechnik) ans Licht kam...
Dank an meine beiden Mitstreiter, welche ohne lautes Knurren mehr Zeit gewartet als getreten haben und einen übergroßen Dank an LautGarministdaeinWeg-Till, welcher die Tour klasse geplant und eine prima Unterkunft erspäht hatte.
Ich habe bei der Tour natürlich reichlich Lehrgeld bezahlt, aber das war zu erwarten gewesen. Viele Radsportbegriffe erscheinen jetzt in einem anderen, klareren Licht (GA = Genau Anschlag), meine Hochachtung aber auch vor Tills Fahrtechnik; während ich in dem Geröllbachbett (lautGarministdaseinWeg) rumeierte und mich verzweifelt fragte, was zum Teufel ich hier mache (und wie ich irgendwie wieder aus der Sache rauskomme), kurvte er locker und fast spielerisch da runter und ward bald nicht mehr gesehen... Chapeau
Aber der Reihe nach.
Die Tour begann, nachdem wir Oberrode zum frühen Mittag hin verlassen hatten, mit der „Schlammschleife“ (Steigung über einen km etwa 27%)
Das war routing vom Feinsten!
LautGarministdaeinWeg-Till biegt zielstrebig von der sehr hübschen und sauberen Bundesstrasse ab um uns zuerst flach, dann aber kontinuierlich ansteigend, nun durchaus steil und auch ziemlich steil einen Weg hinauf zu jagen, welcher, bevor Heerscharen von Waldfahrzeugen schlammologischen Feinschliff angelegt hatten, wohl durchaus befahrbar (bzw beschiebbar) war. Es war eine elende Schinderei. Irgendwann hatten wir den Kaffee auf und beschlossen einen prima Abzweiger (im Bild rechts raus...) quer durch den Bestand zu nehmen um etwa 60 Hm tiefer eine andere Piste zu berollen.

Eine rustikale Abfahrt und später die frohe Botschaft "back on track".
Nun ja, das waren wir wohl, irgendwann später fanden wir uns dann am Abzweiger der Bundesstrasse wieder... (also alles umsonst)
Ich illustriere den Spaß noch schnell am Profil, besondere Aufmerksamkeit möge der geneigte Leser auf den ersten km der Schlammrunde legen...

Der erste Höhepunkt war mit 928m der Bruchberg.

Die Auffahrt war anstrengend aber technisch einfach, dies änderte sich nun deutlich. Es ging abwärts durch ein Bachbett aus Schotter und Geröll, eingerahmt von tiefem moorigem Morast. Hier waren meine technischen Unzulänglichkeiten wirklich nicht mehr zu leugnen, ich wurde dreckig, bekam nasse Füße und fand mich einmal in Heidelbeerbüschen wieder...

Der Gipfel der Leiden des ersten Tages war der Brocken (1142m), wobei die Auffahrt sich als relativ harmlos gestaltete. Kolonnenwege und ein neuer Panoramaweg machten es sogar mir möglich, mit Anstand den höchsten Berg Norddeutschlands zu bezwingen. Wobei ich vom Brocken selber enttäuscht war, DDR Romantik mit Baracken und Müllhalden, dass ist nicht so mein Ding.


Die Abfahrt stellte die letzte Herausforderung des Tages dar. Die steilen und verkippten Kolonnenwege waren scheußlich, der Rest himmlisch.
Am Hotel in Isenburg luden die Räder noch zum Sattelstützenvergleich ein, Till hat gewonnen (Schrittlänge 101 cm!)

Der zweite Tag war nicht weniger anstrengend als der erste. Er führte quasi parallel zum Hintag wellenreich von Ilsenburg zurück nach Osterrode.

Es begann mit einer harten Schiebepassage den Berg hinauf um bald weitere Erfahrungen mit der Harzer Waldverwaltung machen zu müssen. Der Ausspruch "laut Garmin ist da ein Weg" wurde zum geflügelten Begriff, denn Sturmverhaue der letzen Jahre liegen immer noch über großen Arealen verstreut und Wege werden konsequent nicht freigeschnitten.

Die Rückfahrt endete wie der erste Tag mit einer schnellen und tollen Waldautobahnabfahrt nach Osterrode. 2km vor dem Ziel hatte ich dann noch einen Platten, aber dass störte uns nicht mehr.
Das auf der Heimfahrt der IC (bei welchem das Radabteil traditionell fehlte) 108 Minuten Verspätung (Selbstmord in Hannover (ja wirklich) und Lokschaden 10km vor Fulda) hatte, dort die Elektrik inkl. Lüftung und Klimaanlage ausfiel und der Kundendienst absolut desolat war, sei nur am Rande erwähnt.
Für die Statistik
2 Tage - 124 km - 3600 Hm

[Zuletzt bearbeitet TiVo, 17.05.2010 10:07]
Nicht das Erreichte zählt, das Erzählte reicht.
17.05.2010 10:01
Hallo Jörg,
perfekte Tour!!! Da wäre ich gerne mitgekommen!
Auch sehr leserfreundlich aufgearbeitet - die Garminerfahrungen habe ich vor 2 Jahren auch so gemacht, wird aber besser.
Doppelte Harzdurchquerung - super Idee!
Bist Du eigentlich auch bei unserer Rennsteig-Tour dabei?
Wenn Du doch jetzt dieses schöne Rad hast, wirst Du doch bestimmt morgen Abend auch um 18 Uhr in Stöckels sein?
Ich überlege mir eine schöne Tour.
Bis morgen dann
Gruß
Helmut G.
perfekte Tour!!! Da wäre ich gerne mitgekommen!
Auch sehr leserfreundlich aufgearbeitet - die Garminerfahrungen habe ich vor 2 Jahren auch so gemacht, wird aber besser.
Doppelte Harzdurchquerung - super Idee!
Bist Du eigentlich auch bei unserer Rennsteig-Tour dabei?
Wenn Du doch jetzt dieses schöne Rad hast, wirst Du doch bestimmt morgen Abend auch um 18 Uhr in Stöckels sein?
Ich überlege mir eine schöne Tour.
Bis morgen dann
Gruß
Helmut G.
Die Stimmung steigt, wenn die Steigung stimmt!
17.05.2010 11:33
Hi Jörg,
respekt auch von mir.
Da bist du ja gleich in die Vollen gegangen beim ersten mal MTBiken.
Bin morgen auch wiedermal dabei, freu mich schon.
Wetter soll ja super werden, ist alles dabei Sonne, Wolken, Regen....
Bis dahin,
Tobi
respekt auch von mir.
Da bist du ja gleich in die Vollen gegangen beim ersten mal MTBiken.
Bin morgen auch wiedermal dabei, freu mich schon.
Wetter soll ja super werden, ist alles dabei Sonne, Wolken, Regen....
Bis dahin,
Tobi
17.05.2010 11:37
Hallo Jörg,
schöner Bericht, eindrucksvolle Tour.
Ja so schön ist meine alte Heimat
.
...und stimmt - für die Insider, ist der Brocken der langweiligste Berg im Harz.
Ansonsten denke ich, hattet Ihr viel Spaß
Danke für die netten Bilder und den Bericht
Gruß
Thomas
schöner Bericht, eindrucksvolle Tour.
Ja so schön ist meine alte Heimat
...und stimmt - für die Insider, ist der Brocken der langweiligste Berg im Harz.
Ansonsten denke ich, hattet Ihr viel Spaß
Danke für die netten Bilder und den Bericht
Gruß
Thomas
17.05.2010 17:55
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