Mountainbike Transalp - Vom Zillertal ins Veneto (7500 Höhenmeter, 350 Kilometer)

Nach dem ich diesen  Winter viel Spass am MTB gefunden habe, fühlte ich mich nach der Tour über den Rennsteig im Juni mich fit genug mir meinen Traum der  Alpenüberquerung mit dem Moutainbike zu erfüllen.

Nach langen hin und her habe ich mich für eine geführte Tour mit www.go-alps.de entschieden

 

 

Anreisetag Samstag 10.07.2010  Mayrhofen Zillertal

Gemeinsames Abendessen und Kennenlernen, bei Hochsommerlichentemperaturen. Die Gruppe bestand aus 13 Bikern, Kerstin und Bea unseren erfahrenen Guides ( Kerstin macht dies schon seit 20  Jahren und Bea ist bis vor kurzem noch MTB Bundesliga gefahren ) übrigens somit hatte die Gruppe also auch insgesamt 5 „Super Girls „ dabei.

 

1. Etappe - Von Mayrhofen ins Pfitscher Tal - 50 km, 1660 hm

Gleich Morgens ging es nach der Plünderung des Frühstücksbüffet pünktlich um 9 Uhr los.

Wir schlängeln auf  schmalen Asphaltstraßen und auch  steil durch den Wald bis zum Schlegeisspeicher hoch. Wir bekamen schon einen guten Vorgeschmack was es heißt bei über 30 ° im nicht vorhandenen Schatten zu biken. Nach einer Mittagspause am See die wir wegen starken Regen um 30 Minuten verlängerten ( das waren die einzigsten Minuten mit „ schlechtem Wetter  auf der ganzen Tour ). Zum Teil schiebend erklimmen wir den Alpenhauptkamm am Pfitscherjoch  ( 2200 NN )  und fliegen hinab ins Pfitschertal und geniessen in St. Jakob tolles Italienisches Essen und Wein.

 

2. Etappe - Von Pfitsch nach San Lorenzen - 70 km, 850 hm

Das Profil für heute geht fast nur bergab... wir fahren über schmale Waldtrails  hinab ins Pustertal  und rollen auf dem Radweg parallel der Brennerautobahn bis zu Franzensfeste bei Sterzing. Dann biken wir auf alten Karrenwegen bis ins Dorf Mühlbach und genießen Südtiroler Schlutzkrapfen..  Es  geht  immer weiter Richtung Bruneck im Hintergrund ist schon der Kronplatz erkennbar. Ziemlich entspannt kommen wir im Hotel in Maria Saalen an und springen gleich in den Schwimmteich und testen den Wellnessbereich. Ich gönnte mir auch die Wohltat einer Massage, man gönnt sich ja sonst nichts.

Am Abend schlemmen wir auf der Hotelterasse mit herrlichem Bergpanoramablick.

So kann es weiter gehen... lustige Truppe, tolles Wetter, super Strecke, Natur so weit das Auge reicht und viel Zeit für regionale Köstlichkeiten aus Küche und Keller.

 

3. Etappe  - Von San Lorenzen nach Fanes - 34 km, 1150 hm

Vorhang auf für eine der grandiosesten Berglandschaften der Welt. Schmale Bergstraßen bringen uns ins Herz der Dolomiten. Ab St Vigil biegen wir auf schmalen wurzeligen Waldtrail ab, der uns immer am Bach entlang und umrahmt von den Dolomiten  bis  zum Rifugio Perderü  (  1550 NN) führt. Wegen möglicher Gewitter fahren und schieben wir direkt weiter hinauf zu Lavarella Hütte (2000 NN), unserem Domizil für diese Nacht. Dieser Anstieg war bei 30°C mit losem Schotter und zum teil 15 - 20 %  Steigung echt hart.  Wir genießen die Schönheit der Felsenarena des Naturpark Fanes und das Lichtspiel der untergehenden Sonne.

 

4. Etappe  - Von Fanes nach Alleghe - 55 km, 1200 hm

Früh morgens um 7:30 fahren wir wie immer bei Kaiserwetter und schon 25°C los zur unserer Königsetappe. Gleich zu Beginn erklimmen wir kurz und steil das Limo Joch und fahren durch eines der schönsten Hochtäler der Alpen. Mehr kletternd als fahrend geht es auf einem schmalen Wanderweg steil bergab ins Val di Cassiano (1700 NN). Dann beginnt ein schöner Anstieg durch den Wald zum Valparola Pass ( 2170NN) und von dort gleich weiter zum legendären Falzarego-Pass die Marmolata scheint zum Greifen nahe.

Doch das ist erst der Auftakt zu einem unvergesslichen Tag. Über einen steilen Schotterweg erklimmen wir das Rifugio Averau (2400 NN ) an den legendären Cinque Torri. Jetzt geht es laut dem Transalp Führer auf die spektakulärste Trailabfahrt der Alpen. Wir zweigen von der Skipiste ab und fahren auf einem ganz schmalen Trail quer zum Hang, ( ich bin noch richtig müde und unkonzentriert vom Anstieg...)aber es geht  gleich weiter über endlose saftig grüne Blumenwiesen immer ständig bergab mit vielen Trails im Wald ( Strada della  Vena)  kommen wir nach ca 20 km in Alleghe (966 NN) an.

Es ist wieder ein traumhafter Sommerabend und das Bergmassive der  Civetta leuchtet in der Abendsonne. Das leckere Menü ist hier nur am Rande erwähnt. Heute sind alle super müde und man hat Mühe die vielen tollen Bilder und Eindrücke zu verarbeiten. Okay es war auch so ganz schön anstrengend.

 

5. Etappe - Von Alleghe nach Feltre - 80 km, 900 hm

Früh morgens verlassen wir den  idyllischen Bergsee in Alleghe . Nach einem steilen und langen Anstieg, zum Glück im Wald , donnern wir gleich wieder einen Trail hinab und nur wenig  später sind wir im vergessenen Valle del Mis mit verschlafenen Dörfern und atemberaubenden Felsschluchten. Zur Mittagszeit erfrischen wir uns im Lago de Mis.

So langsam verlassen wir die Berge und schlängeln uns auf kleinen Asphaltstraßen  bis nach Feltre, wo wir direkt in der Altstadt erstmal die Gelaterie stürmen. Nach einem wie immer vorzüglichen mehrgängigem Italienischen Menü und der obligatorischen Vorstellung der nächsten Etappe durch Kerstin... bekommt jeder Teilnehmer anlässlich des 20 Jährigen Geburtstages von ALPS Biketours ein Trikot... und bei mehren Flaschen Wein sind wir traurig das morgen schon die letzte Etappe unserer Transalp ansteht.

 

6. Etappe - Von Feltre nach Bassano del Grappa - 60 km, 1650 hm

Wir fahren um 8 Uhr los und das Thermometer zeigt schon 30° C. Vorbei an Seren della Grappa (332 NN) führt ein kaum befahrenes sehr steilesTeersträßchen ( max 26%) hinauf zum Monte Grappa (1592 NN), der wie eine letzte Bastion vor der venezianischen Tiefebene liegt. Es ist mittlerweile 35° im nicht vorhandenen Schatten und die Hitze raubt einem die letzten Körner ( ich habe noch nie soviel geschwitz ), aber die wunderbare Landschaft lohnt alle Mühen. Ein letzter Downhill über Schotter- und Asphaltwege bringt uns nach Bassano del Grappa ( 130 NN). Auf der Ponte Delgi Alpini stoßen wir mit reichlich Prosecco auf die gelunge  Transalp an und freuen uns das alle heil angekommen sind.

Am liebsten würden wir gerne hier 2 Tage pausieren und frisch gestärkt auf einer ähnlichen Route zurück nach Mayrhofen fahren. Erst in der Altstadt von Bassano dann bis tief in die Nacht im Park unseres Hotels genießen wir das „dolce fa niente" mit allem drum und dran.

 

7. Tag  Busfahrt von Bassano del Grappa nach Mayrhofen

Um 9 Uhr treten wir und unsere treuen Bikes die Heimreise im komfortablem und zum Glück klimatisierten Reisebus an.

Erst auf dem Brenner beginnt es zu stark zu Regnen und zu Hageln, wir hatten echt Glück mit dem Wetter. . In Mayrhofen trennt sich die Gruppe nicht ohne Wehmut und mit vielen unvergesslichen Eindrücken.

 

Als Fazit der Reise kann ich nur sagen es war einfach traumhaft, unvergesslich und genial... ja das muss Mountainbiker einmal erlebt / erfahren haben...

Hier einige Bilder:

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